Dieser Tag ist ganz der Straße gewidmet und es geht von Agnes Water, nachdem wir unser angestammtes Frühschwimmen absolviert haben, weiter in Richtung Norden. Dafür müssen wir erstmal in die entgegengesetzte Richtung fahren, denn Agnes Water liegt fast am Ende einer 30 Kilometer langen “Sackgasse” (ganz am Ende liegt ‘Town of 1770′ – Das ist ist wirklich der Name der Stadt!).
Wir passieren Städte wie Gladstone und Rockhampton, deren Größe wir auf der Karte offensichtlich überschätzen; Klartext: Hier ist der Hund verfroren! In Rockhampton nutzen wir die Gelegenheit und biegen auf einen Touristdrive ab, der uns über Yeppoon und Emu Park zurück nach Rockhampton bringt. Der Skeptiker würde es einfach ein 50 Kilometer langen Umweg nennen, aber wir genießen diesen Umweg und versuchen in Yeppoon und Emu Park einen halbwegs belebten Strand zu finden. Strände finden wir ohne Probleme. In Emu Park könnten wir sogar übernachten. Aber es sieht mal wieder wie in einer verlassenen Westernstadt aus; es fehlen nur noch die Strohbüschel die über die Straße wehen. Also ruhen unsere Hoffnungen jetzt auf Yeppoon; nur 10 Kilometer entfernt. Die Stadt ist zwar (etwas) belebter, aber noch nicht das, was wir als lebendig bezeichnen würden. Der Strand ist sogar bewacht (von Lifeguards), aber trotzdem verlassen. Das könnte an der kackigen Mittagssonne oder an dem kräftigen Wind liegen. Wir legen uns an den Strand und versuchen, etwas zu lesen. Nach einer halben Stunde geben wir auf, denn die Bücher sind voll mit Sand und wir fühlen uns wie paniert und gedünstet. Also duschen wir den Sand so gut es geht ab und planen weiter.
In Marlborough ist in der Karte ein Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit eingezeichnet. Bis nach Marlborough sind es nochmal 100 Kilometer, die wie Prärie im Wilden Westen wirken. Die Schriftgröße von Marlborough auf der Karte im Vergleich mit Rockhampton, lässt aber schon nichts Gutes vermuten. Und so kommt es dann auch. Wir biegen vom Highway ab und finden uns mitten in einer Siedlung wieder. Es sind sogar einige Menschen auf der Straße bzw. am Rasenmähen (mit einem kleinen Mäh-Traktor), denn dass scheint nach Cricket und Rugbie des Australiers drittliebste Beschäftigung zu sein (Angeln und Grillen nicht zu vernachlässigen). Die Menschen, die wir sehen, gucken uns ungläubig und skeptisch an und irgendwie fühlen wir uns nicht so richtig willkommen. Warum wohnt man hier??? Es ist erst Nachmittag und wir wüssten mit der verbleibenden Zeit hier nichts anzufangen und so fahren wir weiter, bis zur nächsten Station: Clairview. Das ist wirklich mitten im Nirgendwo und sogar noch kleiner als Marlborough, aber zumindest können wir die Zeit mit Fahren verbringen und die Zeit dann später an einem schöneren (sprich: mit Leuten und so…) Ort verbringen.
Clairview ist so klein, dass wir im Dunkeln beinahe die Ausfahrt verpassen. Es gibt genau eine Straße, die parallel zum Highway verläuft. Das ist mehr oder weniger der Ort. Wir finden den Stellplatz aber schnell (500 Meter die Straße runter) und befinden uns in Gesellschaft von mehreren anderen Campern. Immer ein gutes, bestätigendes Gefühl. Vom Strand trennt uns nur eine dünne Linie mit Bäumen und dahinter können wir das Meer entfernt rauschen hören. Offenbar ist gerade Ebbe und wir versuchen, mit der Taschenlampe durchs Watt zu wandern. Die ist aber nicht stark genug und dass führt dazu, dass alles, was wir sehen, nach Mondlandschaft, sehr suspekt und dafür wenig einladend aus. Also entscheiden wir uns dafür, die Sonne für uns arbeiten zu lassen und die Umgebung am nächsten Tag in Augenschein zu nehmen.
Also machen wir uns daran, dass Abendessen zu kochen. Es gibt “Butter Chicken”. Dafür haben wir Hühnchenteile, die natürlich gegrillt werden, Zwiebeln und Tomaten, die ebenfalls auf den Elektro-Barbie wandern. Zum Schluss wird alles mit der guten Sauce von Aldi (Gibt es ja sogar in Australien!) gemixt und nochmal kräftig gewürzt. Das muss man Australien echt lassen, die Grillplätze sind einzigartig!
